(PR-inside.com 17.04.2009 17:50:02) - Auf dem Domvorplatz in Essen sind möglicherweise bislang
unbekannte Reliquien entdeckt worden. Wie die Stadtverwaltung am
Freitag mitteilte, fand ein Arbeiter beim Ausschachten einer Grube
in einer Tiefe von etwa 50 Zentimetern in Stoffe gehüllte Knochen.
In der Grube sollten andere Gebeine beigesetzt werden, die bei einer
archäologischen Ausgrabung gefunden worden waren.

Essen (ddp-nrw). Auf dem Domvorplatz in Essen sind möglicherweise bislang unbekannte Reliquien entdeckt worden. Wie die Stadtverwaltung am Freitag mitteilte, fand ein Arbeiter beim Ausschachten einer Grube in einer Tiefe von etwa 50 Zentimetern in Stoffe gehüllte Knochen. In der Grube sollten andere Gebeine beigesetzt werden,
die bei einer archäologischen Ausgrabung gefunden worden waren. Stadtarchäologe Detlef Hopp überprüfte die Fundstelle und konnte weitere Knochenrelikte und Stoffe bergen. Den Angaben zufolge hatte der Domhof einst einen erst 1826 aufgelösten Friedhof mit einer 1000-jährigen Geschichte beherbergt. Der Zeitpunkt des Vergrabens der Gebeine lässt sich den Angaben zufolge nicht mehr feststellen, dürfte aber im 20. Jahrhundert liegen, wie es hieß. Die meisten Gebeine waren mit blaugrünem, zum Teil mit Gold- und Silberbrokat durchwirktem Stoff umwickelt, der wohl aus dem 18. Jahrhundert stammt. Daneben fanden sich bei mehreren Gebeinen auch noch ältere Umwicklungen. Sie bestanden aus feiner heller Seide, in die verschiedene Motive eingestickt oder eingewebt waren. Vergleichbare Stoffe sind in das 10. oder 11. Jahrhundert datierbar. Nach Angaben der Stadt lässt die sorgfältige Umwicklung der Gebeine darauf schließen, dass es sich um Überreste von als Heilige verehrten Personen handelt. Die Seidenstoffe, die bei einigen Reliquien erhalten geblieben sind, lassen vermuten, dass auch die Knochen zumindest in das 10. bis 11. Jahrhundert datiert werden können. Es könnte sich um die Überreste des Heiligen Marsus, einem römischen Missionar, handeln, die zwischen 999 und 1002 auf Veranlassung Ottos III. nach Essen kamen. Die Funde werden derzeit restauriert, man erwarte bei der Auswertung «spannende Ergebnisse», hieß es.











