Zum Inhalt wechseln


Willkommen im Support Forum:

Damit alle Seitenfunktionen bequem genutzt werden können bedarf es einer kurzen Registrierung!

Einige Erfahrungen mit Detektoren Testfeldern


  • Du kannst auf dieses Thema nicht antworten
9 Antworten in diesem Thema

#1 Jochen Reifenrath

    Platin Star Menber

  • Root Admin
  • 791 Beiträge
  • Location:Lippe
  • Interests:Ur- und Frühgeschichte, Waldwanderungen

Geschrieben 03 Juli 2005 - 05:56

Für alle die sich intensiv mit testen von Metalldetektoren beschäftigen möchten empfiehlt sich ein eigenes Testgelände anzulegen. Das gute Testgelände zeigt schnell den Trend des einzelnen Detektors und (sehr wichtig!) der anschließend in der Praxis noch bestätigt werden muss.

Aus der alltäglichen Arbeit heraus wuchs bereits seid Jahren in mir das Bedürfniss ein Testgelände für Detektoren anzulegen. Häufig wurde ich von meinen Detektorenkunden mit Fragen konfrontiert die ich erst nach aufwendigen Tests im Gelände beantworten konnte.Lufttests haben wenig realen Bezug zur tatsächlichen Leistung eines Detektors, denn wer pflückt schon seine Münzen von Bäumen? Die Erstellung war sehr zeitaufwendig und hätte ich vorher gewusst wieviel Arbeit mit dieser Aufgabe auf mich zukommt, hätte ich vielleicht gar nicht erst damit angefangen?
Hoch motiviert legte ich dann im Sommer 2001 mein erstes Testfeld an, siehe Bild 1.

Auf einer Fläche von 5 x 7 m wurden 20 große Kunststoff-Maurerkübel in die Erde eingelassen. Vorher wurden alle Kübel mit einem 6mm HSS Bohrer total durchlöchert, damit sich das Wasser nicht auf dem Grund des Kübels staut (einer meiner Nachbarn von Berufswegen Mauer, sah das als Barbarischen Akt und machte mir das durch Kopfschütteln aus der Ferne deutlich :?: ) Sauber verlegte Waschbetonplatten um das Feld herum sollten sauberen Zugang auch im Winter möglich machen.

Detektoren reagieren höchst unterschiedlich auf verschiedenen Bodensorten. Und ich wollte mit dem Gelände nicht nur die Tiefenleistung der Detektoren testen sondern deren Anzeigeverhalten insgesamt. Daher war es mir wichtig ein breites Spectrum an Untergründen abzudecken.
In die Kübel füllte ich 10 verschiedene Bodensorten aus unterschiedlichen Regionen des Kreises Lippe u.a.:
Roter Mergel
Muttererde
Keupermergel
Heller Sand
Schwarzer Sand
Moorboden
Flussboden

Hochsommerliche Temperaturen im July/August 2001 machten das zusammentragen verschiedener Erdsorten teilweise zu einer Tortur.Immerhin waren es mehrere hundert Eimer die teilweise von weit entfernt, zum an der Straße parkenden Auto, rangekarrt werden mussten. Insgesamt wohl ein Gewicht von ungefähr 2 Tonnen :shock: So mancher Tag Arbeit!

In die Boxen wurden hauptsächlich echte Antiken eingelassen um ein möglichst realistisches Anzeigeverhalten zu bekommen. Einige Bronze- und Silbermünzen, Gewandfibeln und auch größere Objebte wie ein Eisenbeil oder eine Bronzeplatte etc.
Da große Teile wie Beile tiefer als Kübeltiefe (ca. 45cm) angezeigt werden können, habe ich bei 4 Kübel die Böden ausgesägt und den Testboden tiefer im umschließendem Erdreich eingelassen.

Als alles fertig war habe ich mich riesig gefreut und das ganze wurde mit einer zünftigen Party eingeweiht :shock:
Es ist sicherlich nicht übertrieben, auf diesem Testfeld habe ich viele hundert Stunden lang Detektoren getestet. Manchmal morgens um 6 Uhr vor der Arbeit, bei einigen Neuerscheinungen auch mal bis tief in die Nacht.
Ich kann mich noch erinnern als meine Frau eines nachts vom Balkon herunterrief: Wielange gedenkst du noch zu testen - es ist jetzt 2.30 Uhr...

Alle Tesoro und XP Detektoren habe ich schon immer mit allen Suchspulen aufgebaut im Showroom stehen und Fragen wie z.B. "Welche Spule ist für den Lobo auf Sand besser, die 27,5cm Breitbandspule oder die Spider", konnten nun in minutenschnelle auf dem Testfeld beantwortet werden. Natürlich habe ich schon damals auch alle anderen wichtigen Detektorenmarken ausgiebig getestet.

Mit der Zeit zeigten sich aber einige Kardinalsfehler am Gelände. Der Kies um die Kübel herum führte bei einigen Detektoren zu Fehlsignalen. Habe den ganzen Kies dann wieder entfernt und Rindenmulch aus dem Baumarkt auftgetragen. Leider war der Rindenmulch aus dem Baumarkt mit kleinen Metallsplittern versetzt und musste auch wieder komplett entfernt werden. PI-Schleifen konnten aufgrund der engen Anordnung nicht getestet werden.Für einige Detektoren der Marke Whites lagen die Waschbetonplatten etwas zu nah an den eingelassenen Bodensorten. Es kam zu Fehlortungen. Daraufhin habe ich die Waschbetonplatten wieder entfernt und durch Bio-Rindenmulch ersetzt - eine gute Entscheidung.

Im Sommer 2004 dann die große Entäuschung, nahezu alle Detektoren werden plötzlich durch Interferrenzen gestört. Ich vermute ein elektrisches Gerät in der Nachbarschaft. Manchmal nur stundenweise aber immer wieder. So legte ich ein neues und besseres Testfeld im nahen Wald an, siehe Bild 2.

Eine schattige leicht abschüssige Fläche ist hierfür optimal. Natürlich auch hier wieder mit verschieden Bodensorten (ohne Kübel) die ich bis etwa 3 cm unterhalb der Waldbodenoberfläche in den Boden eingelassen habe.Darüber etwas Waldboden - fällt doch gar nicht auf das Ganze...Der seltene Wanderer staunt vielleicht das hier kein Grün wächst... :?

Wie man auf dem Bild sieht geht es jedoch nicht ganz ohne Pflege um die Fläche frei von Grünzeug zu halten.Die einzelnen Münzen und Antiken sind genau auf einem Plan vermessen so dass ich sie auch immer wieder finde.Wichtig für die Testobjekte, sie sollten sehr unterschiedlich sein und dem entsprechen was in der Praxis normalerweise gefunden wird.Hier habe ich nun auch eine wüstungsähnliche, eisenverseuchte Fläche integriert. Es zeigt sich hier ganz klar, auf Wüstungen wird häufig der gleiche Fehler gemacht,die Spule wird zu groß gewählt. Kleine Spulen bringen mehr Erfolg ! Nahezu alle Hersteller bieten heute kleine elliptische Spulen als Zubehör an.

Was mich immer wieder erstaunt sind die höchst unterschiedlichen Leistungen der Detektoren auf verschiedenen Böden.Auch die Bodenfeuchte ist von enormer Bedeutung bei Auswahl der Spulentechnik.
Einige "Könige" der Top-Klasse kristallieren sich bei den Tests immer wieder, jeder mit ganz eigenen Stärken heraus; Tesoro Lobo Supertraq, Tesoro Tejon, XP Goldmaxx & XP-G-Maxx. In der Lower Preisklasse sind es XP ADX100 (beste Tiefenleistung in dieser Preisklasse) und Tesoro Compadre (klasse ED180-Filterung).

Hoffe ich hab euch nicht zu sehr gelangweilt
Es grüßt Euch
Jochen Reifenrath

Angehängte Dateien



#2 Mopton

    Silver Star Member

  • Members
  • 33 Beiträge

Geschrieben 04 Juli 2005 - 04:16

Klasse Beitrag!
Hast Du denn die Störquelle mittlerweile entlarvt?

#3 Jochen Reifenrath

    Platin Star Menber

  • Root Admin
  • 791 Beiträge
  • Location:Lippe
  • Interests:Ur- und Frühgeschichte, Waldwanderungen

Geschrieben 04 Juli 2005 - 04:07

Schwierig die Ursache zu finden. Es reicht schon eine beleuchtete Vitrine mit Niedervoltbeleuchtung im Nachbarhaus um die Geräte zu stören.Ich wollte auch nicht die Nachbarn ansprechen: "Bitte laßt zwischen Montag 8.00 Uhr und Freitag 22.00 Uhr eure Elektrogeräte aus denn ich teste gerade meine Detektoren" :shock: :shock:
Naja, mittlerweile hat sich das Problem mit dem neuen Feld im Wald eh erledigt.

#4 huiwäller

    Silver Star Member

  • Members
  • 57 Beiträge
  • Location:Montabaur
  • Interests:Geschichte

Geschrieben 21 August 2005 - 07:38

Hallo Jochen,
bin mit dem bei dir erworbenen XP Adventis eigentlich sehr zufrieden.
Heute hat er allerdings verrückt gespielt und ich kann mir das noch nicht erklären. Ping, ping, ping, so schnell wie ein Maschinengewehr. Batterien waren neu; ich hab sie dennoch ausgetauscht. Selbst als die Spule Richtung Himmel zeigte, hörte das Pingen nicht auf. Ca. 100 - 150 m vom Suchort entfernt befindet sich die ICE Strecke. Kann es sein, dass die Oberleitung auf diese Entfernung stört?
Gibt es schon einen Testbericht von deinem Testgelände?


Gruß

Hui

#5 Jochen Reifenrath

    Platin Star Menber

  • Root Admin
  • 791 Beiträge
  • Location:Lippe
  • Interests:Ur- und Frühgeschichte, Waldwanderungen

Geschrieben 22 August 2005 - 07:18

Deine Störungen am Detektor werden eindeutig durch die ICE Strecke verursacht. Diese "maschinengewehrartigen" Störgeräusche sind typisch dafür. Für den XP Adventis habe ich keinen eigenen Testbericht vom Testfeld, weiss aber das er bei Vergleichstests immer in der Suchtiefe ganz vorne mit dran ist.Eric hat mal einen schönen Bericht über den Detektor geschrieben. Schau mal hier http://www.tesoro.de/testberichte.htm

Grüße
JR

#6 huiwäller

    Silver Star Member

  • Members
  • 57 Beiträge
  • Location:Montabaur
  • Interests:Geschichte

Geschrieben 22 August 2005 - 01:19

Vielen Dank! Die Testberichte, vor allem den von Eric, kenne ich. Der Bericht von Eric war für mich sogar kaufentscheidend. Den Kurzbericht mit der Tiefensonde kannte ich noch nicht. Er gibt meiner Meinung nach auch nicht viel her (Metall- und Objektmischung). Gibt es da noch einen anderen Erfahrungsbericht? Ich frage aus folgendem Grunde:
Ich habe an einer Stelle, an der och nie etwas gefunden worden ist, eine vermutlich spätmittelalterliche Geschützstellung entdeckt. 8 Kanonenkugeln, 1 Musketenkugel, verschiedene Eisenufos sowie vor den Kugeln Pfostenlöcher. Mit Genehmigung des archäologischen Landesamtes, Amt Koblenz, suche ich nun den gesamten Umgebungsbereich nach weiteren Artefakten ab. Es besteht sogar die Möglichkeit, die Kanone zu finden. Ich suche dort mit der 27er Spule. Das Erdreich ist ca. 10 - 20 cm lockerer Humusboden, dann kommt ein Ton/Lehm-Mergel Gemisch (ziemlich verdichtet). Mit der 27er habe ich bis in gut 40 cm Tiefe auch kleinere Eisenteile (vermutlich z. T. Pfeilspitzen und mittelalterliche Nägel), gefunden. Könnte ich mit der Tiefensuchspule mehr finden? Wenn ja, welche Größe dürften die Artefakte nicht unterschreiten?


Gruß

Hui

#7 Jochen Reifenrath

    Platin Star Menber

  • Root Admin
  • 791 Beiträge
  • Location:Lippe
  • Interests:Ur- und Frühgeschichte, Waldwanderungen

Geschrieben 24 August 2005 - 06:08

Hallo,

die Tiefensuchspule benötigt Masse. Faustgroße Objekte werden deutlich tiefer angezeigt. Aber auch bei größeren Münzen ist die Suchtiefe bereits minimal besser.Es gilt jedoch wie bei den allermeisten großen Spulen; Je größer das zu ortende Objekt - umso tiefer wird es erfasst. Je kleiner die Bodenfunde werden, umso geringer ist der Vorteil der 38x45cm. Münzen gleich oder kleiner als Dinargröße werden von kleinen Spulen deutlich besser geortet.

In ca. 10 Tagen erscheint das "Handbuch für Sondengänger" von Gert Gesink. In diesem Buch wird der Einsatz verschiedener Spulengrößen anhand von Skizzen verdeutlicht. Weiterhin gibt der Autor Tipps zur Auswahl der richtigen Spulentechnik. Ich habe das Manuskript gelesen und war derart begeistert, das ich den Vertrieb dieses Buches für Deutschland übernommen habe. Vergleichbare Werke gab es bisher nicht zu kaufen.Aus diesem Buch können auch sehr erfahrene Sucher noch viele Infos ziehen, ich kann es nur empfehlen. Es wird in Kürze noch ausführlich in den deutschen Foren vorgestellt werden.

#8 huiwäller

    Silver Star Member

  • Members
  • 57 Beiträge
  • Location:Montabaur
  • Interests:Geschichte

Geschrieben 25 August 2005 - 11:09

Ich habe von dem Buch bei Eric gelesen. Ich hätte es schon lange bezogen, wenn es denn erschienen wäre. Eigentlich hatte ich es schon abgehakt.
Vielen Dank für deine Erläuterungen.

Gruß

Hui

#9 Becki

    Bronze Star Member

  • Members
  • 19 Beiträge

Geschrieben 25 August 2005 - 04:13

@Jochen: Werden dann auch die Bücher an die ausgeliefert, die Vorbestellt haben?? Habe das Geld jetzt schon vor ewigkeiten bezahlt, und warte noch aufs Buch.

Gruß
Becki

#10 Jochen Reifenrath

    Platin Star Menber

  • Root Admin
  • 791 Beiträge
  • Location:Lippe
  • Interests:Ur- und Frühgeschichte, Waldwanderungen

Geschrieben 26 August 2005 - 05:36

Ich schätze mal noch 7-10 Tage, dann werden die ersten Bücher ausgeliefert.Derzeit ist der größte Teil der Bücher noch in der Binderei.





Besucher die dieses Thema lesen: 1

Mitglieder: 0, Gäste: 1, unsichtbare Mitglieder: 0