Aus der alltäglichen Arbeit heraus wuchs bereits seid Jahren in mir das Bedürfniss ein Testgelände für Detektoren anzulegen. Häufig wurde ich von meinen Detektorenkunden mit Fragen konfrontiert die ich erst nach aufwendigen Tests im Gelände beantworten konnte.Lufttests haben wenig realen Bezug zur tatsächlichen Leistung eines Detektors, denn wer pflückt schon seine Münzen von Bäumen? Die Erstellung war sehr zeitaufwendig und hätte ich vorher gewusst wieviel Arbeit mit dieser Aufgabe auf mich zukommt, hätte ich vielleicht gar nicht erst damit angefangen?
Hoch motiviert legte ich dann im Sommer 2001 mein erstes Testfeld an, siehe Bild 1.
Auf einer Fläche von 5 x 7 m wurden 20 große Kunststoff-Maurerkübel in die Erde eingelassen. Vorher wurden alle Kübel mit einem 6mm HSS Bohrer total durchlöchert, damit sich das Wasser nicht auf dem Grund des Kübels staut (einer meiner Nachbarn von Berufswegen Mauer, sah das als Barbarischen Akt und machte mir das durch Kopfschütteln aus der Ferne deutlich
Detektoren reagieren höchst unterschiedlich auf verschiedenen Bodensorten. Und ich wollte mit dem Gelände nicht nur die Tiefenleistung der Detektoren testen sondern deren Anzeigeverhalten insgesamt. Daher war es mir wichtig ein breites Spectrum an Untergründen abzudecken.
In die Kübel füllte ich 10 verschiedene Bodensorten aus unterschiedlichen Regionen des Kreises Lippe u.a.:
Roter Mergel
Muttererde
Keupermergel
Heller Sand
Schwarzer Sand
Moorboden
Flussboden
Hochsommerliche Temperaturen im July/August 2001 machten das zusammentragen verschiedener Erdsorten teilweise zu einer Tortur.Immerhin waren es mehrere hundert Eimer die teilweise von weit entfernt, zum an der Straße parkenden Auto, rangekarrt werden mussten. Insgesamt wohl ein Gewicht von ungefähr 2 Tonnen
In die Boxen wurden hauptsächlich echte Antiken eingelassen um ein möglichst realistisches Anzeigeverhalten zu bekommen. Einige Bronze- und Silbermünzen, Gewandfibeln und auch größere Objebte wie ein Eisenbeil oder eine Bronzeplatte etc.
Da große Teile wie Beile tiefer als Kübeltiefe (ca. 45cm) angezeigt werden können, habe ich bei 4 Kübel die Böden ausgesägt und den Testboden tiefer im umschließendem Erdreich eingelassen.
Als alles fertig war habe ich mich riesig gefreut und das ganze wurde mit einer zünftigen Party eingeweiht
Es ist sicherlich nicht übertrieben, auf diesem Testfeld habe ich viele hundert Stunden lang Detektoren getestet. Manchmal morgens um 6 Uhr vor der Arbeit, bei einigen Neuerscheinungen auch mal bis tief in die Nacht.
Ich kann mich noch erinnern als meine Frau eines nachts vom Balkon herunterrief: Wielange gedenkst du noch zu testen - es ist jetzt 2.30 Uhr...
Alle Tesoro und XP Detektoren habe ich schon immer mit allen Suchspulen aufgebaut im Showroom stehen und Fragen wie z.B. "Welche Spule ist für den Lobo auf Sand besser, die 27,5cm Breitbandspule oder die Spider", konnten nun in minutenschnelle auf dem Testfeld beantwortet werden. Natürlich habe ich schon damals auch alle anderen wichtigen Detektorenmarken ausgiebig getestet.
Mit der Zeit zeigten sich aber einige Kardinalsfehler am Gelände. Der Kies um die Kübel herum führte bei einigen Detektoren zu Fehlsignalen. Habe den ganzen Kies dann wieder entfernt und Rindenmulch aus dem Baumarkt auftgetragen. Leider war der Rindenmulch aus dem Baumarkt mit kleinen Metallsplittern versetzt und musste auch wieder komplett entfernt werden. PI-Schleifen konnten aufgrund der engen Anordnung nicht getestet werden.Für einige Detektoren der Marke Whites lagen die Waschbetonplatten etwas zu nah an den eingelassenen Bodensorten. Es kam zu Fehlortungen. Daraufhin habe ich die Waschbetonplatten wieder entfernt und durch Bio-Rindenmulch ersetzt - eine gute Entscheidung.
Im Sommer 2004 dann die große Entäuschung, nahezu alle Detektoren werden plötzlich durch Interferrenzen gestört. Ich vermute ein elektrisches Gerät in der Nachbarschaft. Manchmal nur stundenweise aber immer wieder. So legte ich ein neues und besseres Testfeld im nahen Wald an, siehe Bild 2.
Eine schattige leicht abschüssige Fläche ist hierfür optimal. Natürlich auch hier wieder mit verschieden Bodensorten (ohne Kübel) die ich bis etwa 3 cm unterhalb der Waldbodenoberfläche in den Boden eingelassen habe.Darüber etwas Waldboden - fällt doch gar nicht auf das Ganze...Der seltene Wanderer staunt vielleicht das hier kein Grün wächst... :?
Wie man auf dem Bild sieht geht es jedoch nicht ganz ohne Pflege um die Fläche frei von Grünzeug zu halten.Die einzelnen Münzen und Antiken sind genau auf einem Plan vermessen so dass ich sie auch immer wieder finde.Wichtig für die Testobjekte, sie sollten sehr unterschiedlich sein und dem entsprechen was in der Praxis normalerweise gefunden wird.Hier habe ich nun auch eine wüstungsähnliche, eisenverseuchte Fläche integriert. Es zeigt sich hier ganz klar, auf Wüstungen wird häufig der gleiche Fehler gemacht,die Spule wird zu groß gewählt. Kleine Spulen bringen mehr Erfolg ! Nahezu alle Hersteller bieten heute kleine elliptische Spulen als Zubehör an.
Was mich immer wieder erstaunt sind die höchst unterschiedlichen Leistungen der Detektoren auf verschiedenen Böden.Auch die Bodenfeuchte ist von enormer Bedeutung bei Auswahl der Spulentechnik.
Einige "Könige" der Top-Klasse kristallieren sich bei den Tests immer wieder, jeder mit ganz eigenen Stärken heraus; Tesoro Lobo Supertraq, Tesoro Tejon, XP Goldmaxx & XP-G-Maxx. In der Lower Preisklasse sind es XP ADX100 (beste Tiefenleistung in dieser Preisklasse) und Tesoro Compadre (klasse ED180-Filterung).
Hoffe ich hab euch nicht zu sehr gelangweilt
Es grüßt Euch
Jochen Reifenrath












