Merowingerschwert entdeckt
Es ist schwer, hat sehr viel Wucht und war die typische Waffe eines fränkischen Kriegers. Archäologen entdeckten ein sensationell gut erhaltenes Schwert aus der Zeit der Völkerwanderung.
Das mehr als 1300 Jahre alte Schwert gruben Forscher in Thür (Kreis Mayen-Koblenz) aus, teilte die Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz mit. Das einschneidige Hieb-Schwert aus Eisen mit einer Länge von rund 70 Zentimetern sei sehr gefürchtet gewesen, sagte der Koblenzer Archäologe Axel von Berg. „Es ist sehr schwer und hat sehr viel Wucht.“ Das Merowingerschwert – der sogenannte Sax – war die typische Waffe eines fränkischen Kriegers.
Die Archäologen hatten das Schwert gemeinsam mit einem Glasgefäß und Kleinteilen wie einer Gürtelschnalle bei Arbeiten in einem Gräberfeld entdeckt. „Das waren Grabbeigaben für einen wohlhabenden Krieger“, sagte von Berg. Das Schwert sei nur aufgrund eines gut durchlüfteten Bodens insgesamt erhalten geblieben. „Ein Glücksfall, der in unserer Region einmalig ist.“ Auch bundesweit käme es ganz selten vor, dass die organischen Materialien einen so großen Zeitraum überdauerten, sagte der Archäologe. Der Sax wurde mit Holzgriff und Überresten der Lederscheide geborgen. Sie ist verziert und enthält noch Bronzeklammern und Nietnägel der Befestigung.
Den Wert des Fundstückes wollte von Berg nicht beziffern, da er keinen vergleichbaren Fund kenne. Die Waffe soll nun zunächst bei der Landesarchäologie in Koblenz aufbewahrt werden und spätestens zur Wiedereröffnung des Landesmuseums auf der Festung Ehrenbreitstein der Öffentlichkeit präsentiert werden. Wegen Bauarbeiten im Vorfeld der Bundesgartenschau 2011 in Koblenz ist das Museum derzeit geschlossen.
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