PADERBORN
Ein 300 Jahre alter Besen ist in Paderborn ausgegraben worden. Zugleich wurde eine ebenso alte Toilette für Nonnen freigelegt, Kot und Abfälle waren bestens konserviert. «Die Entdeckung ist der Umsicht der Bauarbeiter zu verdanken», sagte der Stadtarchäologe des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, Sven Spiong, in Paderborn.
Besonders spektakulärer Fund: Der mit Baststreifen zusammengebundene, noch 25 Zentimeter lange Reisigbesen. «Ein älterer noch erhaltener Besen fällt mir so spontan nicht ein», sagte Spiong. Das Kehrgerät solle jetzt in Münster restauriert. Neben dem Besen fanden Archäologen in der Latrine noch mehr Alltagsgegenstände der Benediktinerinnen, die das Kloster im 17. Jahrhundert bewohnt hatten.
Darunter eine Spindel, eine hölzerne Garnspule und eine Leder-Schuhsohle. Von ihren einfachen Mahlzeiten berichten Walnuss- und Haselnuss-Schalen sowie Kirschkerne. Archäologen hatten den Bau einer Tiefgaragenzufahrt unter dem Gaukirchkloster am Markt überwacht. Dabei beförderte ein sogenannter Betonpfahlbohrer aus 5 bis 15 Metern Tiefe die Nonnen-Latrine zutage.
Quelle: nn-online
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